Donnerstag, 4. Februar 2010Krümmer putzen
Auch wenn ich letztes Jahr nicht allzu viel gefahren bin hat es gereicht, die 48Mm zu erreichen, womit mal wieder eine Inspektion mit fast allem drum- und dran fällig ist. Das meiste ist nur Prüfen, mit dem Ölwechsel werde ich noch etwas auf wärmere Temperaturen warten, da ich erst vor 7Mm bei Übernahme des Krades gewechselt habe, und das neue auch nicht gleich wieder mit kaltem feuchten Kurzstreckenbetrieb "ruinieren" möchte. Bleibt an aufwändigen Aufgaben primär die Ventilspielkontrolle übrig, für die Vergasersynchronisation will ich mir nochmal einen Synchrontester in Art von diesem selbst bauen, auch wenn bei einem Zweizylinder wohl ein simples Schlauch-U ausreicht. Zusätzlich war noch das lackieren des Krümmers geplant, da dieser doch farblich eher nach Rost aussieht. Zu Beginn dachte ich auch nur an eine optische Maßnahme, später (s.u.) sollte sich das noch ändern. An Farbe habe ich mir eine Dose Ofenrohrfarbe 1200°C besorgt, in der Hoffnung, dass sie die Temperaturen halbwegs lange überlebt. Also stehe ich zu Beginn des Tages (Nagut, um 12 Uhr, aber es ist meine Urlaubswoche) in der Butze, im Rucksack ein paar Schleifblätter für den Exzenter und einer Drahtbürste für die Bohrmaschine. Und fluche. Eigentlich hatte ich mal vor, zuerst den Endtopf zu lösen, um danach den Krümmer möglichst Lastfrei abbauem zu können. Etwas Vorsicht schadet ja nie, erst recht nicht bei eher empfindlichen Aluminiumstehbolzen und einem gefühlt 5kg schweren Ofenrohr am anderen Ende. Aber ‘Slip On’ scheint mehr ein zweitklassiger Euphemismus als eine Vorgangsbeschreibung zu sein, so dass ich nach einigen Versuchen die Krümmerschrauben am Motorblock löste, nicht ohne sie davor sicherheitshalber mit WD40 zu behandeln, und die komplette Einheit mit Peters Hilfe abnahm.
Das folgende Trennen dauerte dann unter Zuhilfenahme von Hammer und Meißel (um das Anschlussstück des Endtopfes etwas konisch zu weiten) eine geschätzte Stunde, wobei daran auch die immer wieder zwischengeschobenen Unterhaltungen mit Peter mit Schuld sein dürften. So stark wie die Auspuffdichtung dann noch am Krümmer klebte verwunderte mich dieser innige Zusammehalt dann aber nicht mehr weiter. Danach begann der Fleißteil der Arbeit, mit Drahtbürste an der Bohrmaschine sämtlichen Dreck, Schmodder und Rost von der Oberfläche entfernen, bis alles wieder schön glänzt. Auf den Bildern erkennt man ganz gut die rostigen Stellen, bei den auf ebenen Flächen liegenden konnte ich mit dem Exzenter noch halbwegs gut das rostige Material komplett entfernen, in den Ecken der Verdickung zur Befestigung am Motorblock oder zwischen den Krümmerrohren war dies leider nicht so möglich. Damit beendete ich den Tag auch mit einem fast fertiggestellten Krümmer und weiteren, günstiger geformten Drahtbürsten auf dem Einkaufszettel. Mittwoch, 14. Oktober 2009WackelkalbGestern Abend zwischen Arbeit und dem Abendessen wurde der Patient (meine Liebste besteht ja darauf, dass ihr Motorrad männlich sei…) in die Werkstatt verfrachtet, wo wir uns zum Abladen glücklicherweise auch eine Rampe der Vespisti nebenan ausleihen konnten. Das Ergebnis war in gewisser Weise erleichternd, andererseits könnte ich dafür im nach hinein die Werkstatt unangenehm bearbeiten. Vom schlimmsten ausgehend fingen wir an, am Generator die Spannung zwischen den Statorspulen zu messen – 0V. Scheiße, was ist da nur los, aber bevor wir nun unüberlegt schlimmeres anrichten riefen wir nochmal kurz bei unserem persönlichen Schraubergott^H^H^H^H^H^Hberater an. Während dem Gespräch fiel mein Blick auf das verwendete Multimeter, da hat das Drecksding doch die Skala gerade andersherum als mein bisheriges, und AC auf der DC-Einstellung messen wird einfach nichts. Und siehe da, wir bekommen etwas über 60V, das sieht doch gut aus. Also den Laderegler wieder verbunden, den Motor erneut angeworfen, und siehe da, jetzt bekommt die Batterie sogar wieder ihre Ladespannung. Da hat sich doch vermutlich nur ein etwas korrodierter Kontakt als Elektronen-"dukommsthiernichrein" ein Zubrot verdienen wollen, also zur Sicherheit die anderen Steckverbinder auch nochmal geöffnet und etwas freigekratzt. Von den Dosenschrauber von nebenan haben wir uns ein Starthilfekabel geliehen und damit das gute Stück auch wieder angeworfen bekommen, die Originalbatterie war völlig platt. Nur wollte die Spannung an der Batterie trotz Drehzahl nicht über 13,2 Volt steigen, vermutlich hat die Batterie noch mit der etwas tieferen Entladung von Sonntag zu kämpfen. Aber dafür wird nun auch ein ordentliches Ladegerät angeschafft, falls hierfür jemand eine Empfehlung haben sollte wäre ich dankbar. Und was lernen wir nun daraus? Eigentlich gleich drei Dinge:
Dienstag, 13. Oktober 2009Doppelüberführung
Somit nahm ich mir spontan einen halben Tag Urlaub, fuhr nochmal in die Werkstatt, um meine Batterie (2Ah weniger, aber in keiner Dimension größer als die Originale und damit definitiv ins Batteriefach passend) als Reserve einzupacken, und dann nach Karlstein. Dort durfte ich noch 15.- für ein bisschen Dienstleistungen auf den Tresen legen, um eine Tankpause später im Batteriebetrieb über A45, A3, A469 auf die B26 Richtung Darmstadt zu stoßen. 50km später, kaum am Bahnhof Darmstadt Ost vorbeigefahren, verabschiedete sich dann auch die erste Batterie, praktischerweise beim Blinker setzen zum Spurwechsel. Und dies, obwohl ich "vergessen" hatte, das Fahrlicht einzuschalten, und nur mit Standlicht unterwegs gewesen bin. Also das Kalb schnell auf den Bürgersteig hochgeschoben, dort die Seitenverkleidung abgemacht, um dann die Sitzbank abzuschrauben. Und schon war ich froh, die Werkstatt keine Schraube weitergelassen zu haben. Derjenige, welcher die beiden M6 der Sitzbank festgezogen hatte, war wohl ein Verfechter der "Viel hilft viel"-Schule, so dass ich sie nur mit Mühe und Not an der sowieso per Maulschlüssel nicht allzu gut erreichbaren Stelle gelöst bekam. Bei nächster Gelegenheit werden sie Inbus-Schrauben weichen dürfen, und ein passender Schlüssel wird das Bordwerkzeug ergänzen dürfen. Der Rest ist schnell erzählt, ca 20-30min später war ich, dann aber aufgrund der fortgeschrittenen Verdunkelung des Himmels mit echtem Abblendlicht, wieder auf der Straße. Die weitere Fahrt gestaltete sich recht unspektakulär, ich kam ohne weitere Zwischenfälle bei meinen Eltern an, die 70km über verdunkelte sich noch nichtmal das Licht besonders besorgniserregend. Ich glaube, da ist so oder so auch eine neue Batterie fällig. Nach einem kleinen Abendessen wurde noch die Sitzbank aus dem T4 meiner Eltern entfernt, der eine Spiegel gelockert und verdreht, und dann über ein schon grenzwertig knackendes Brett als Rampe die Maschine in den Fahrgastraum verladen und dort verzurrt. Und etwas BAB später war ich dann endlich auch daheim. Da ich aus der Diagnose in der Rechnung nicht ganz schlau werde, ob nun Generator oder Laderegler betroffen sind, ob sie überhaupt die Spulen durchgemessen haben und ähnliches wird die Tage noch eine Bastelsession stattfinden, um je nach Diagnose passende Ersatzteile zu besorgen. Denn als ich um 17:30 zur Abholung aufschlug war leider kein Mechaniker oder anderer Werkstattmitarbeiter mehr vorhanden, welcher mir über die Bemerkungen auf der Rechnung hinausgehende Auskünfte hätte geben können. Dienstag, 29. September 2009Mach' mich nackig
Dieses ewige Gemurkse mit der Verkleidung sowie die Tatsache, dass der bisher montierte Scheinwerfer einen stellenweise komplett blinden Reflektor aufwies, bestärkte mich in dem Entschluss sie loszuwerden. Das Geweih für den Schweinwefer war etwas fummelig, sämtliche Steckverbinder in den Scheinwerfer zu verpacken auch, aber im großen und ganzen lief es erstaunlich glatt. Und ich war erstaunt, wie hell doch auf einmal die Welt sein kann, wenn das Licht auch vorne rauskommt. Update: Da habe ich doch noch einige Dinge vergessen, in meinem Keller schliefen schon seit geraumer Zeit ein neuer Kupplungszug, und die jetzigen Spiegel sind auch nicht mehr original. Dafür sehe ich nun endlich den Verkehr hinter mir ordentlich, und stabiler scheinen sie auch zu sein, zumindest habe ich bis 120 keine Probleme mit Vibrationen. Der Seitenständer bekam auch seine Ration WD40, so dass er nun Bodenkontakt hat bevor ich überhaupt das Gefühl habe ihn runtergedrückt zu haben, sehr angenehm das ganze. Und was die Philips Motovision taugen kann ich nach diesem Winter hoffentlich auch berichten, wobei der Vergleich aufgrund des geänderten Reflektors leicht unfair sein dürfte. Samstag, 26. September 2009Ein Ort zum herumfummeln an dreckigen DingenNach fast einem halben Jahr suche ist es nun endlich soweit, Montag hat meine Freundin durch Zufall ein frisches passendes Angebot gefunden, das noch zu haben war: Eine Schrauberbutze Ein großer Raum mit 42qm, und zwei kleinere Räume mit genug Platz für Regale und Lagerflächen. Und dazu insgesamt vier Kradler und ein "Strampler", so dass die Kosten im überschaubaren Rahmen bleiben. Dazu Straßenbahn in Laufweite, für Notfälle unter 1km zu Baumarkt/Louis, und Werkbank sowie Regale sind auch schon dabei. Und viel Dreck... Sonntag, 22. März 2009Fahrsicherheitstrainig MotorradGenau wie Enno nahm ich gestern an einem Fahrsicherheitstraining des ADAC auf dem Gelände des AMC Kronau teil. Insgesamt war es ein sehr gelungener, wenn auch anstrengender Tag, der mich sicherlich weitergebracht hat, aber auch ganz klar Punkte aufgezeigt hat, an denen ich in Zukunft noch arbeiten sollte und muss. Aber der Reihe nach, am morgen durfte ich erst einmal feststellen, dass es die Nacht über wirklich Frost gab, dementsprechend kam ich auch leicht durchgefroren an, minusgradfest ist meine Ausrüstung dann doch nicht. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde sowie einem Gespräch über Wünsche und Erwartungen an das Training ging es dann auch auf die Moppeds, für eine Runde "Frühsport", also Fahren im eigenstabilen Bereich und dabei Arme, Beine oder Oberkörper von den ihnen zugedachten Orten am Motorrad wegbewegeb. Weiter ging es mit Langsamfahrtraining, also Anfahren und Anhalten, Slalom, Bergauf- und Bergabfahrten mit Schrittgeschwindigkeit, wobei ich hierbei durch die nicht allzu weit zurückliegende Fahrschule nach einem kurzen Nachjustieren des Spiels beim Kupplungszug keine Probleme mehr hatte. Die nächsten Übungen waren alle dem Kurvenfahren sowie Anhalten, Ausweichen und deren Kombinationen geschuldet. Zuerst wurde das Einlenken in eine Kurve durch leichten Druck auf die "falsche" Lenkerseite geübt, danach diese Übung durch ein eine Straßenblockade anzeigendes Hanzeichen erweitert, so dass spontanes ausweichen simuliert wurde. Danach gab es 50%-Bremsungen und Vollbremsungen aus 30 und 50km/h, als letztes wurden die Ausweichübung durch vorheriges Abbremsen erweitert. Abgeschlossen wurde dieser Block durch eine Bremsdemonstration unter Berücksichtigung der Reaktionszeit, welche recht klar zeigte, weshalb 20km/h Geschwindigkeitsunterschied zwischen einer Kollision mit 50km/h und einem rechtzeitigen Anhalten liegen. Zuletzt ging es noch um die richtige Blicktechnik sowie die theorethische Spurführung beim sicheren Fahren von Kurven, und jeder durfte sich in der Kreisbahn einmal an seine Grenzen herantasten sowie die unterschiedlichen machbaren Radien bei verschiedenen Kurvenfahrtechniken evaluieren. Insgesamt kann ich das Training nur weiterempfehlen, und werde es mit Sicherheit nächstes Jahr wieder besuchen, wenn es gut läuft mit anschließendem Intensiv-Training. Als wir am Ende verabschiedet wurden, meinte der Leiter, die Leute, die noch arbeiten, sollten sich einmal bei ihrer Berufsgenossenschaft erkundigen, ob diese nicht auch Fahrsicherheitstrainings bezahle. Und dazu passte auch der Altersschnitt, neben mir waren noch zwei von 16 Teilnehmern unter 30, der Rest bewegte sich in der Region 40-70.
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